Man Tanzen ist Erotik (sex) und Sex (Erotik) ist doch kein Politikum oder?
@Kiezprinzsessin klar kenne ich den Geschmack der Frauen,………………….. *BLUTZUCKER* (~)
…. muß mich korrigieren, Hertha hat was an seiner Preispolitik geändert die mich ganz schön verärgert hat(m)! Ich war gestern beim Spiel gegen Wolfsburg und die günstigsten Tickets (Kurve am Maratontor) kosteten stolze 16 Euro!
Find ich schon ganz schön fett!
Also ich überlegs mir noch mal ob ich gegen Stuttgart dabei bin.
Hab den Thread nur schnell überflogen, deshalb auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:
Mit Turnschuhen kommt ihr dort auf keinen Fall rein.
(Es sei denn, der Betreiber hat seine ohnehin nicht nachzuvollziehende Türpolitik geändert.) ![]()
@messiah vernunft und weltoffenheit durch musik die inhalte transportiert (muß ja nicht um wirtschaft und politik gehen) und das leben nicht weiter vom menschen entfremdet. vielleicht könnte es sinn machen zuerst die götzenbilder zu ignorieren und sie nicht auch noch zu idolen zu stilisieren. scheinbar wird der musikunterricht an den schulen seiner aufgabe nicht immer gerecht. geht doh schon damit los, daß die wenigsten die liedtexte überhaupt verstehen oder sich dafür interessieren. deshalb finde ich ja deutschsprachige musik so mutig, denn die kann es sich nicht leisten absolut geistfrei zu sein, weil die leute dann merken würden, daß sie sich mit schrott identifizieren. ein lied ist ein gesamtkunstwerk. sicher kann nen beat genial sein aber wenn der gesang und text grottig ist? (c)
was mich mal richtig interessieren würde, wäre der verwendete wortschatz in allen madonna texten. immer die gleichen phrasen, die gleichen themen. gibts im englischen eigentlich keine synonymoe und für alles nur eine gemeingültige metapher? nen 3 jähriger hält da sicher locker mit.
Beitrag geändert durch JaMmmmh am 06.09.2008, 15:47 Uhr.
@wölfchen stimme ich dir ja ausnahmsweise mal uneingeschränkt zu aber wenn wirtschaft und politik zu nem nicht unwesentlichen teil aus kriminellen besteht die sich sowas ausdenken, umsetzen und dran mitverdienen, denkste denn diejenigen werden dann gegen solche verhältnisse arbeiten? demokratie und was draus wird, ist und bleibt pflicht der bürger.
ich sehe das auch täglich. werden leute vom arbeitsamt geordert und ihnen ne einstellung unter tarif angeboten und in der zwischenzeit bezahlen die spzialversicherungspflichtig beschäftigtem dem unternehmer ne vollwertige arbeitskraft + eingliederungszuschüssen. da wird also auf kosten des sozialstaates noch an den arbeitslosen verdient. zur belohnung gibts die verpflichtung jemand zu nem hungerlohn für nen jahr zu beschäftigen wo man sonst jemand hätte einstellen müssen, der vom ersten tag an richtig geld kostet. betrachtet man sich das spiel konkret könnte der eindruck entstehen, daß es nicht darum geht leute wieder im arbeitsmarkt einzugliedern oder gerechte löhne zu zahlen sondern einzig und allein darum wie unternehmer auf kosten der gesellschaft wirtschaften und gewinne realisieren, während staatluch geduldet löhne auf algII niveau gedrückt werden. gewinne privatisieren, risiken sozialisieren - ist doch bekannt.
dagegen müssen allerdings die opfer etwas tun. die täter werden es nicht!
@zeitenwandel schön, wenn das möglich war bei euch. meine oma, mein onkel und im urlaub meine mutter haben meinen opa auch “versucht” zu pflegen. problem war, daß sie nicht in der lage waren nen über 100 kilo mann mit oberschenkelbruch täglich zu bewegen (sei es zum wechseln der bettwäsche) ohne ihm dabei weitere knochen zu brechen. das was du beschreibst passiert auch sicher in den meisten familien. Dir gehts jetzt also wirklich nur um die assistenztätigkeiten wie unterhaltung etc.? in dem fall will ich nichts gesagt haben. das sollte usus sein.
Beitrag geändert durch JaMmmmh am 22.08.2008, 17:31 Uhr.
Eine weitere Mahnung bzw. Zahlungserinnerung seitens der S-Bahn oder auch der BVG ist nicht notwendig, denn mit dem Dir ausgehändigten Beleg wurde Dir gegenüber der Anspruch geltend gemacht und Dir eine Zahlungsfrist gesetzt.
Du hättest Dich ohne schuldhaftes Zögern nach bewusst werden des Verlustes der Unterlagen mit der S-Bahn in Verbindung setzen müssen, um so wenigstens Deinen Willen zur Begleichung der Forderung deutlich zu machen.
Mit sehr viel Glück hättest Du dann vielleicht einen verständnisvoll und hoffentlich hilfsbereiten und kompetenten ServicemitarbeiterIn der S-Bahn am Telefon oder Schalter gehabt, der Dir für die eindeutige Zuordnung Deiner Zahlung den notwendigen Verwendungszweck hätte mitteilen können oder Dir geraten hätte auch ohne Verwendungszweck/Aktenzeichnen den Betrag (der ja allen Schwarzfahrern bekannt ist) auf eines der Konten der S-Bahn zu überweisen.
Ohne Aktenzeichen ist eine Zuordnung Deiner Zahlung zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Wahrscheinlich hätte sich dennoch das Inkassobüro bei Dir gemeldet, welchem Du einem Nachweis über die geleistete Zahlung hättest vorlegen können und so der Vorgang erledigt gewesen wäre.
An Deiner Stelle würde ich den von Dir erwähnten Anwalt nicht mehr aufsuchen, denn der Anspruch der S-Bahn ist durch die Abtretung an das Inkassobüro auf dieses übergangen und Du hast ausschließlich an dieses Deine Zahlungen zu richten und zwar inklussive der Gebühren.
Zahle lieber gestern als morgen, denn Inkassobüros stellen für jeden Vorgang neue Gebühren und Zinsen in Rechnung. Welche schnell die ursprüngliche Fordung um ein vielfaches übersteigen können.
Ich denke Du wirst so schnell Deinen Fahrschein nicht mehr vergessen.
Sicherlich fließen viele Steuergelder in den Nahverkehr, aber wie wären die Fahrpreise, wenn dies nicht geschehen würde. Vergesst bitte nicht, dass die Berliner Fahrpreise immer noch vergleichs niedrig sind. Und alles was an zusätzlichen Service (z.B. mehrmaliges Mahnen) geleistet werden soll verursacht schließlich neue Kosten. Was nicht bedeuten soll, dass die MitarbeiterInnen mit Kundenkontakt reduziert und sich alles erlauben dürfen.
Wenn Ihr Euch über das Verhalten der MitarbeiterInnen der S-Bahn und BVG aufregt denkt auch daran, dass nicht alle zahlenden und schwarzfahrenden Kunden besonders freundlich mit den MitarbeiterInnen umgehen. Obwohl diese wissentlich die angebotene Dienstleistung zu den Bedingungen der S-Bahn und BVG nutzen. Da kann man durchaus mal etwas ungehalten reagieren.
Fehlverhalten der MitarbeiterInnen von S-Bahn und BVG sollte in jeglicher Form gemeldet werden. Notfalls auch an den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses, um so Einfluss in die Servicepolitik der beiden Unternehmen zu nehmen.
@hormonkeks
daß sich was tut werden sie vor allem dan feststellen wenn durchs grundwasser der potsdamer platz und der berliner dom weiter absacken. ich stell schon mal ne flasche sekt kühl.
@milchohr na mein text war ja auch etwas polemisch. ich finds halt einfach schade, daß wieder nur ein stück ddr geschichte von der landkarte gelöscht wurde. gerade aus diesem gebäude und un dieser stelle hätte man einen treffpunkt der berliner geschichte als bauwerk etablieren können. also eine mischung aus altem stadtschloß und palast der republik. das argument der palast hätte den historischen kern verschandelt greift nicht, denn hinter der spree beginnt sowieso “das neue” berlin. werden die plattenbauten am alex, das neue einkaufszentrum gegenüber vom palast und der fernsehturm auch abgerissen weil sie nicht zum historischen kern gehören? der palast war für den osten wie der heute gesamtdeutsche reichstag und darüber hinaus eben viel mehr.
ein offenes gebäude, eine kulturelle begegnungsstätte und ein ort für unterhaltung und freizeit der heute seinesgleichen sucht.
man stelle sich vor im reichstag gäbe es im obergeschoß eine disco, im untergeschoß eine bar und im mittelteil klassiche konzerte, revuen und ausstellungen zeitgenössischer kunst in den fluren. der abriß des palastes ist zugleich eine mißachtung der leistung der ddr bürger. nicht nur, daß da viele steuergelder reingeflossen sind die nun wiederum vom steuerzahler bezahlt entwertet wurden sondern es starben auch menschen während der bauarbeiten. etwas vergleichbares wird deutschland so schnell nicht wieder bekommen und erst recht nicht geschenkt durch feindliche übernahme.
das stadtschloß hingegen wird eine muffige ehrung an die monarchische aristokratie des vorletzten jahrhunderts werden und unter garantie einer weiteren verklärung deutsch und vor allem deutsch - deutscher geschichte dienen. niemand wird sich in ein paar jahren noch ein wirkliches bild von der ddr machen können wenn alles ausgelöscht wurde was dazu dienen würde sich ein eigenes bild zu machen über einen staat der eben nicht nur von verbrechen gegen die menschlichkeit und diktatur geprägt war sondern vor allem unter dem einfluß des kalten krieges der supermächte ein neues modell entwickeln wollte für ein menschlicheres leben - die chancen und beteiligungsgleichheit für jeden einzelnen. daß dieses modell falsch umgesetzt wurde brauchen wir hier nicht diskutieren aber sehe ich mir die gegenwart an so sind wir real von diesem anspruch weiter entfernt denn je, denn es fehlt auf den ebenen der macht in politik und wirtschaft am wahren willen dieses ziel zu erreichen und vor allem an alternativen ideen.
dazu kommt, daß ich das alte berliner stadtschloß nicht gerade als architektonische meisterleistung ansehe.
Beitrag geändert durch JaMmmmh am 28.07.2008, 19:52 Uhr.
…es geht hier nicht um ein Geschäft wo beide Seiten das Versprochene später einklagen können.. es geht um Wahlkampf in einen fernen Land und um den Vorwurf der “Auslands-Politik-Unerfahrenheit”…
Der Gegenkandidat ist jedes Jahr in München - zur Sicherheitskonferenz….
Gibts es eigendlich eine Statistik über gehaltene & gebrochene Versprechen/Ansichten bei Wahlkämpfen?
Jedenfalls großes Kompliment an die Macher der Show!
Die Jungs und Mädels die den Auftritt durchgeplant- und die Rede und Choeografie sammt Körpersprache entwickelt haben, gehören sicherlich zu den Spitzenkräften ihrer Branche und sind auf jeden Fall ihr Geld wert.
Obama hat fast fehlerlos (bis auf kleine Schnitzer in der Körpersprache und beim Abgang) seinen Auftritt absolviert und so sicherlich Punkte gemacht..ok die Bodygards waren nicht so geschmeidig als das “spontane” Bad in der Menge dran war. Von mir gabs ne 9+ (die Inhalts-Blöcke waren mir zu vorhersehbar - daher keine 10)
Jedenfalls war es mal wieder interessant wie groß die Unterschiede zwischen den vergleichsweise ungelenken Auftritten deutscher Politiker und den Profis aus den Staaten sind.
Ich finde Rubriken sollten schon allgemeiner sein…
z.B.
“Eine Welt die mir gefällt”
Reiseberichte, Urlaubsberichte, Reiseempfehlungen und -erfahrungen oder -warnungen von User zu User.
oder/und
“Politik und Gesellschaft”
Selbsterklärend
und wohl auch nicht zu viele Rubriken, aber bei der strukturierung des Forums wohl garnicht anders möglich. Oder lässt das forum hier ne Baumstruktur zu?
Ick hab’ da malwieder was (sorry JaMmmmm (~) ) längeres in ‘nem anderen Forum gefunden.
Sacht mal was dazu!
Besonders den blau unterlegten Text muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen … unglaublich rofl !
EMMA Januar/Februar 2008
POLITISCH KORREKT
Die Scham ist vorbei
Schamrasur ist in. Doch woher kommt sie? Aus der westlichen Pornokultur und den islamischen Sitten.
Nach ihrem letzten Dampfbad-Besuch in einer exklusiven Gym Londons, rief mich meine befreundete britische Rechtsexpertin ziemlich atemlos an. “Ist Dir auch aufgefallen, wieviele Frauen mittlerweile mit Kindermösen herumlaufen?” Was ich bisher nur aus Pornofilmen und depperten Jungkolumnistinnen-Kommentaren als “Brazilian Wax” und als ziemlich bescheuertes Phänomen wahrgenommen hatte, ist mittlerweile ein ernstgemeintes Körperstyling. Auf der Suche nach Antworten, weshalb sich erwachsene Frauen ihren Pelz nicht einfach stutzen, schmücken, verzieren, sondern tatsächlich kindlich-glatt wegrasieren, bin ich auf die unterschiedlichsten feministischen, kulturwissenschaftlichen und philosophischen Antworten gestoßen.
Die junge amerikanische Journalistin Ariel Levy führt in ihrem brillant recherchierten Buch “Female Chauvinist Pigs” eindrücklich vor, wie weit sich die Pornoindustrie im amerikanischen Mainstream nicht nur etabliert, sondern sich regelrecht zur Kulturinstanz gewandelt hat: Das Playboyhäschen erobert heutzutage ebenso selbstverständlich den roten Teppich wie der hochbezahlte Hollywoodstar.
Da nennt sich die sehr erfolgreiche, mit diversen Preisen überschüttete amerikanische HBO-Produzentin Sheila Nevins “Feministin”, produziert aber gleichzeitig die für Frauen peinlichsten G-String-Diva-Shows, die den Lebensstil von Stripperinnen und Prostituierten als für alle Frauen nachahmenswert propagieren. Das amerikanische Fashion- und Modestyling hofiert den Nuttenlook, was Folgen für das Körperbild der Frauen hat. Um es mit Nevins, 57, zu sagen: “Ich liebe all diesen Sex-Stuff! Die Körper der jungen Mädchen sind ihre Instrumente! Hätte ich so einen Körper, ich würde ihn wie eine Stradivari spielen!”
Zum echten weiblichen Pornostar gehören nun bekanntlich nicht nur überdimensionierte Brüste, ein rausgestreckter Arsch sowie Plusterlippen, sondern eben auch eine glatt rasierte Scham. Der pornografische Blick will schließlich in Besitz nehmen, jenseits des Geheimnisses von Erotik oder der Anstrengung der Kommunikation. Da sind nach individueller Weiblichkeit geformte Haare nur störend.
Dass bis vor wenigen Jahren Genitalrasuren im nördlichen Westen noch völlig unbekannt waren, fällt im Kontext der gesellschaftlich weit akzeptierten Pornologik anscheinend kaum mehr auf.
Im alten Griechenland, in Rom und Ägypten und den heutigen arabisch-muslimischen Ländern waren und sind Intimrasuren durchaus üblich, doch die meisten Frauen hierzulande hätten noch vor ein paar wenigen Jahren erstaunt und mitleidig geguckt beim Anblick der entblößten Scham. Zumal Schamrasuren gerade für Frauen alles andere als angenehm sind. Denn Rasuren schmerzen immer und erst bei der weichen und verletzlichen Haut des Venushügels in den Tagen danach folgt dann das stechende Jucken und Kratzen. Selbstverständlich ist es nicht billig und muss ebenso selbstverständlich ziemlich häufig wiederholt werden.
Es ist anzunehmen, dass schauen wir auf bisherige Erfolge US-amerikanischer Fashion- und Lifestyletrends Schamrasuren auch hierzulande bald so selbstverständlich werden, wie dies Beinrasuren schon seit Jahrzehnten sind. Und ebenso wie bei Beinrasuren werden die Körperpraktiken bald nicht nur imitiert, sondern früher oder später auch als völlig “natürlich”, “schön” und “typisch weiblich” gefeiert werden. Es gibt eben nichts Unwirklicheres als die Wirklichkeit. Denn diese Kindermösen erwachsener Frauen sind nur ein weiterer Schritt dessen, was in der Postmoderne philosophisch gesehen im Prozess von der “Entzauberung der Welt” hin zu einer “Wiederverzauberung des Privaten” angesagt ist.
Wie dies vor sich geht, lässt sich wiederum am besten im Trendsetterland USA beobachten. Amerika ist Vorreiter des Prozesses der Privatisierung aller menschlichen und gesellschaftlichen Bereiche. Das heißt, es gibt kaum mehr öffentliche Räume, wo sich Menschen treffen können. Fehlen nun diese Räume, werden auch öffentliche Probleme mehr und mehr als privat definiert.
Diese sterile, stumme, starre Welt kommt wie dies die Philosophin Hannah Arendt so schön zeigt einer Auflösung all dessen gleich, was Menschen ausmacht: Kommunikation statt Biologie. Übersetzen wir diese Zusammenhänge, dann erkennen wir, dass Frauen auf den weitgehenden Verlust öffentlicher Räume mit privaten Gefallsstrategien reagieren.
Menschen sind soziale Wesen. Sie sind auf das gegenseitige Wahrnehmen angewiesen. In anonymisierten Massengesellschaften, die zudem Get-Togethers nur noch gegen Bezahlung ermöglicht, braucht es nun also ausgeklügelte Strategien, um in der Masse nicht unterzugehen.
Deshalb passieren so paradoxe Dinge. Da sind die Amerikanerinnen einerseits unglaublich selbstsicher, klug und dominant, doch in punkto Heirat, Kinder, Treue und Mann andererseits so konservativ wie unsere europäischen Großmütter nicht waren. Auf der ewigen Suche nach einem Mann verwandeln sich die in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft so emanzipierten Amerikanerinnen in erbarmenswert um Aufmerksamkeit bettelnde, nie erwachsen werdende Mädchen.
In ihrer schon fast psychopathologischen Suche nach Wahrnehmung und Anerkennung als Frau gehen sie sehr weit. Sie strippen, lapdancen und begleiten ihre Freunde, Kollegen oder Ehemänner in einschlägige Clubs, gröhlen lauter als alle anwesenden Jungs und schleppen mit Vorliebe auch Freundinnen mit. In der amerikanischen Look-at-me-Culture ist den Frauen offenbar jedes Mittel recht, ihre Sexualität und damit sich selber anzubieten.
Jetzt also der Kindermösen-Look. Ganz “normale” weiße Mittelschichtsfrauen besuchen jetzt Stripkurse, um “ihre Weiblichkeit zu entdecken”. Sie kaufen millionenfach Sexbücher wie “How to make love like a Porn star”. Sie kopieren zu Tausenden Fernsehkurse, die vorführen, wie Stripper in Thongs und einem Lapdance den männlichen Orgasmus “herbeizaubern”.
Selbst Oprah Winfrey, erst kürzlich vom Times Magazin zur einflussreichsten Medienfrau weltweit gekürt, lobt ihre weibliche “Selbstbefreiung dank Stripperwalk”. Mütter, die sich selber feministisch nennen, besorgen ihren vierjährigen Mädchen T-Shirts, Malstifte und Unterwäsche mit dem Playboyhäschenlogo. Auf die Absurdität angesprochen, dass die Mütter gleichzeitig jeden Kindervergewaltiger am liebsten kastrieren möchten, aber ihre kleinen Mädchen als Mini-Playboyhäschen herrichten, reagieren viele nur mit großen, unverständigen Blicken.
Dass die Frauen damit herrschende Macht-Geschlechterlogiken wiederherstellen, repetieren und kopieren, statt gelebte weibliche Subjektivität zu wagen, ist nur Wenigen bewusst. Sex wird in den USA zwar nie gezeigt, dafür umso häufiger, primitiver und entmenschlichter simuliert, angedeutet und verbal popularisiert. Die Schamrasuren passen nun perfekt in all diese für eine fortgeschrittene Konsumgesellschaft typischen Entwicklungen. Die äußern sich in der Avantgarde als Body Sculpture (Körperformung) und im Mainstream in der Imitation von den in den Medien verfügbaren Images.
Im Zeitalter der Bio-Politiken rückt der nackte Körper ins Zentrum. Immer mehr Menschen entledigen sich ihrer Scham(haare). Der eigene Körper ist das einzige noch verbliebene Kommunikationsmittel. Denn die Vernunft, die Sprache, die Kommunikation, die Erotik, der Ausdruck, das Individuelle gehören in den herrschenden Mediengesellschaften und in den Biowissenschaften eh zur eher lästigen, altbackenen Humanität.
Kindermösen an erwachsenen Frauen sind also nicht einfach chic, hip, Mode, bequem, geil, lockeres Schönheitshandeln, sondern sie sind die am eigenen Körper vollzogene herrschende politische Philosophie. Die Schamrasur wird Teil dessen, was Frauen in einer entmenschlichten Warengegenwart unhinterfragt kopieren, nur um zu gefallen.
Die entblößenden Kindermösen erwachsener Frauen sind unreflektierte Kopien globalisierter und anatomisierter, enterotisierter und entweiblichter (Waren)Körperhandlungen.
Damit schwindet einmal mehr die Vielfalt vor allem weiblicher Erscheinungsformen, seien sie nun körperlicher oder psychischer Natur. Alles wird glatt.
Regula Stämpfli, EMMA 1/2008
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